Das Walliser Weinbaugebiet
Terrassierte Rebberge dem trockenen oberen Rhonetal entlang, mit Rebsorten, die sonst kaum irgendwo gepflanzt sind.
Illustration - eine Szene im Geist des Ortes, kein Foto davon.
Das Rhonetal zwischen Martigny und Visp baut mehr Wein an als jede andere Schweizer Region, auf Terrassen, die in trockenmauerbewehrten Stufen den sonnigen Hang hinaufsteigen. Es ist im Sommer trocken und heiss, und das Wasser fĂŒr die Reben kommt noch immer durch die Suonen den Berg herunter, offene KanĂ€le, die vor Jahrhunderten an den FelswĂ€nden geschlagen und gebaut wurden. Chasselas wird hier als Fendant abgefĂŒllt, doch das Interesse der Region liegt in den Sorten, die fast nirgends sonst wachsen: Petite Arvine, Amigne rund um VĂ©troz, Cornalin und Humagne Rouge. In Visperterminen laufen die Reben weit ĂŒber tausend Meter hinauf, unter den höchsten Europas. Die meisten Produzenten sind klein und verkaufen vor Ort, degustieren heisst also in die Dörfer gehen statt in die LĂ€den.
Was du tatsÀchlich siehst
- Die Terrassen - Trockenmauern, die den Hang ĂŒber der Rhone hinaufstufen.
- Die Suonen - offene BewÀsserungskanÀle an den FelswÀnden, heute als Wanderwege begangen.
- Die lokalen Trauben - Petite Arvine, Amigne, Cornalin und Humagne, fast nur hier angebaut.
- Visperterminen - Rebberge ĂŒber tausend Metern am deutschsprachigen Ende des Tals.
Wann du hinfahren solltest
September und Anfang Oktober fĂŒr die Ernte, wenn die Dörfer eigene Wochenenden abhalten und sich die Terrassen fĂ€rben. Das FrĂŒhjahr ist grĂŒn und ruhig. Der Sommer auf dem Talboden ist wirklich heiss, und die Terrassen tragen ĂŒberhaupt keinen Schatten. Kleine Produzenten öffnen auf Verabredung statt zu festen Zeiten, vereinbare Besuche also im Voraus, statt einfach zu erscheinen.
Ehrliche Erwartungen
Schweizer Wein ist teuer, und fast keiner verlĂ€sst das Land, weshalb die Preise gegenĂŒber Vergleichbarem anderswo hoch aussehen. Die DegustationsrĂ€ume sind oft ein einzelner Raum auf einem Hof mit begrenzten Zeiten und ohne Englisch. Ohne Auto sind die Dörfer umstĂ€ndlich zu verbinden, und Abschnitte des Talbodens sind industriell und flach statt landschaftlich.
In der NĂ€he
Sittens zwei BurghĂŒgel stehen mitten im Tal, und Siders markiert die Sprachgrenze.
Ăffnungszeiten, Eintrittspreise und saisonale SchlieĂungen Ă€ndern sich - prĂŒfe vor dem Besuch die offizielle Quelle: offizielle Seite.