Toplitzsee
Ein dunkler Waldsee ohne Sauerstoff unter zwanzig Metern, in den die Nationalsozialisten am Kriegsende Kisten warfen.
Der Toplitzsee ist klein, rund zwei Kilometer auf vierhundert Meter, von FelswĂ€nden und Wald am Talschluss des Ausseerlands eingefasst, und er ist meromiktisch: das Wasser wĂ€lzt sich nicht um, sodass es unterhalb von rund zwanzig Metern ĂŒberhaupt keinen Sauerstoff gibt, nur eine salzige Schicht mit Bakterien und ohne Fische, und darin versenkte GegenstĂ€nde bleiben erhalten. Diese Eigenschaft ist der Grund fĂŒr den Ruhm des Sees. Er wurde im Krieg als Marineerprobungsstelle genutzt, und in den letzten Wochen wurden Kisten hinausgerudert und versenkt; Bergungen seit den 1950er Jahren brachten gefĂ€lschte britische Banknoten aus dem Unternehmen Bernhard, dem deutschen Plan zur ZerrĂŒttung des Pfunds, sowie Waffen und Unterlagen zutage. Wiederholte Unternehmungen seither - und mehrere TodesfĂ€lle unter Tauchern - erbrachten sehr wenig mehr, doch die Schatzgeschichten halten sich. Der Besuch selbst ist eine Ruderfahrt ĂŒber einen sehr dunklen See.
Was du tatsÀchlich siehst
- Ein See mit einer toten Schicht - kein Sauerstoff unter zwanzig Metern, dort unten keine Fische.
- Handgeruderte Boote - die ĂŒberlieferten PlĂ€tten, die das Wasser queren.
- FelswÀnde und Wald - die eingeschlossene Lage am Talschluss.
- Die Geschichte des Unternehmens Bernhard - gefÀlschte Pfundnoten, vom Grund geborgen.
Wann du hinfahren solltest
Mai bis Oktober. Ein halber Tag.
Ehrliche Erwartungen
Der Zugang erfolgt nur zu FuĂ von GöĂl und mit dem Boot - eine StraĂe zum See gibt es nicht. Schwimmen und privates Tauchen sind eingeschrĂ€nkt. Die Schatzgeschichten sind groĂteils genau das; geborgen wurden Banknoten und Schrott.
In der NĂ€he
Der Grundlsee und der Kammersee liegen zu beiden Seiten auf der Drei-Seen-Tour.
Ăffnungszeiten, Eintrittspreise und saisonale SchlieĂungen Ă€ndern sich - prĂŒfe vor dem Besuch die offizielle Quelle: offizielle Seite.