Jodel und Alphorn
Zwei Klänge, die als Arbeitssignale über Alpentäler begannen und heute einen ganzen Sommerfestkalender zusammenhalten.
Illustration - eine Szene im Geist des Ortes, kein Foto davon.
Beide wuchsen aus der Arbeit statt aus der Aufführung. Das Alphorn, dreieinhalb Meter Holz mit Rinde umwickelt, trug über Täler und rief das Vieh herein; es spielt nur die Töne der Naturtonreihe, was ihm den tiefer liegenden Ton gibt, den kein anderes Instrument hervorbringt. Das Jodeln begann genauso, als Ruf zwischen Hängen, und spaltete sich in zwei Formen: den wortlosen Naturjodel des Appenzells und des Muotatals, von kleinen Gruppen mit einer Rauheit gesungen, und die komponierten Lieder der Jodlerklubs, die sanfter und viel vertrauter sind. Beides hörst du an Dorffesten, bei den Alpabzügen im Herbst und an den grossen Klubtreffen, die alle paar Jahre im Land herumwandern.
Was du tatsächlich siehst
- Den Naturjodel - wortloses Singen in kleinen Gruppen, am stärksten im Appenzell und im Muotatal.
- Das Alphorn - ein langes Holzhorn, auf die Naturtonreihe beschränkt, meist zu dritt gespielt.
- Das Talerschwingen - eine Münze, in einer Tonschüssel gedreht, als Begleitung im Appenzell.
- Die Feste - Klubtreffen und Alphorntreffen, den Sommer über abgehalten.
Wann du hinfahren solltest
Der Sommer ist die Saison, mit Alphorntreffen und Klubfesten von Juni bis September, wobei die grössten Anlässe alle paar Jahre zwischen Orten wechseln statt sich jährlich zu wiederholen. Die Alpabzüge im Herbst bringen meist beides zusammen. Ausserhalb dieses Kalenders bist du auf Hotelvorführungen angewiesen, die ein weit dünneres Erlebnis sind als die Sache selbst.
Ehrliche Erwartungen
Abseits der Feste sind die meisten für Besucher veranstalteten Vorführungen kurz, inszeniert und teuer. Echte Klubabende laufen in Mundart und richten sich nicht nach aussen, was verschlossen wirken kann, wenn man hineingerät. Alphornspiel aus der Nähe ist über eine Stunde laut und eintönig, und Aufnahmen flachen es ab, denn der ganze Sinn ist der Klang, der offenes Gelände quert.
In der Nähe
Die Appenzeller Sennereien und die Alpsteinhügel sind der natürliche Rahmen für beides.
Öffnungszeiten, Eintrittspreise und saisonale Schließungen ändern sich - prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle: offizielle Seite.