Die Uhrmacherstädte La Chaux-de-Fonds und Le Locle
Zwei Jurastädte als Raster angelegt, damit das Tageslicht die Werkstätten im Obergeschoss erreichte, in denen zu Hause Uhren gebaut wurden.
Illustration - eine Szene im Geist des Ortes, kein Foto davon.
UNESCO - Welterbe
Zwei Städte im Neuenburger Jura wurden als Maschinen zum Uhrenbau neu errichtet. Nachdem ein Brand La Chaux-de-Fonds 1794 zerstört hatte, wurde der Ort auf einem Raster langer paralleler Strassen dem Tal entlang neu angelegt, breit genug und so ausgerichtet, dass Tageslicht die Werkstätten im Obergeschoss erreichte, in denen zu Hause gearbeitet wurde. Le Locle, sieben Kilometer die Linie hinunter, folgte derselben Logik. Es gibt keine grossen Plätze und keinen mittelalterlichen Kern, nur Reihe um Reihe von Blöcken mit hohen Fenstern, und genau deshalb setzte die UNESCO das Paar 2009 für seine Stadtplanung auf die Liste. Auch das Handwerk überdauert: Die mechanische Uhrmacherei ist als lebendige Überlieferung anerkannt, und die Industrie arbeitet hier weiter.
Was du tatsächlich siehst
- Ein für Tageslicht gebautes Raster - parallele Blöcke, so gerichtet, dass Licht die langen Reihen von Werkstattfenstern oben erreichte.
- Jugendstildetails - geschmückte Hauseingänge und Treppenhäuser aus den Boomjahren der Industrie.
- Le Corbusiers erste Häuser - der Architekt wurde hier geboren und baute in der Stadt frühe Villen.
- Le Locle - den kleineren Zwilling, nach demselben Plan talabwärts angelegt.
Wann du hinfahren solltest
Jeder Monat, wobei das Tal über tausend Metern liegt und der Winter tiefe Kälte und bleibenden Schnee bringt. Sommer und Frühherbst sind am besten, um das Raster abzugehen und die Juraweiden ringsum zu sehen. Geführte Architekturgänge laufen vor allem in der warmen Jahreszeit, brauchen eine Buchung und machen das Raster viel verständlicher; die Corbusier-Häuser öffnen nur an begrenzten Tagen.
Ehrliche Erwartungen
Das ist eine arbeitende Industriestadt, und das Erbe hier ist Stadtplanung, keine Kulisse, wer also eine Schweizer Postkarte erwartet, ist binnen zehn Minuten enttäuscht. Das Raster ist gleichförmig und unter Wolken grau, und manche Blöcke sind schäbig. Die meisten Uhrenfabriken sind für Besucher geschlossen, und die wichtigen Corbusier-Häuser öffnen nur an festen Tagen auf Reservierung. Ohne Führung oder Museum lässt sich der Sinn der Anlage völlig übersehen.
In der Nähe
Das Uhrenmuseum steht in der Stadt, die Doubsschlucht liegt nördlich davon, und die Juraketten haben über beiden Städten Wanderrouten.
Öffnungszeiten, Eintrittspreise und saisonale Schließungen ändern sich - prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle: offizielle Seite.