Poschiavo
Eine italienischsprachige Stadt südlich der Bernina, wo heimgekehrte Auswanderer eine Strasse spanisch geprägter Palazzi bauten.
Poschiavo liegt südlich des Berninapasses in einem italienischsprachigen, seit jeher reformiert und katholisch geprägten Tal, das zu Graubünden gehört, aber zur Lombardei hin liegt, und die Architektur zeigt das doppelte Erbe - eine Piazza lombardischer Prägung mit einer reformierten und einer katholischen Kirche, und dahinter das Spaniolenviertel, eine Strasse stattlicher Häuser des neunzehnten Jahrhunderts, gebaut von Familien, die als Auswanderer in Spanien zu Geld kamen und zurückkehrten, um es zu zeigen. Der andere Ausfuhrartikel des Tals waren Zuckerbäcker: Poschiaviner führten Konditoreien in ganz Europa, und die Tradition überdauert in den Bäckereien der Stadt. Die Berninabahn, eine Welterbestrecke, fährt ebenerdig durch die Hauptstrasse, was Besucher beim ersten Mal verblüffend finden.
Was du tatsächlich siehst
- Das Spaniolenviertel - Häuser, gebaut von aus Spanien zurückgekehrten Familien.
- Zwei Kirchen an einer Piazza - die reformierte und die katholische Gemeinde nebeneinander.
- Einen Zug durch die Strasse - die Berninalinie auf Strassenniveau.
- Eine Zuckerbäckertradition der Auswanderer - das Konditorhandwerk, das das Tal ausführte.
Wann du hinfahren solltest
April bis Oktober. Ein halber Tag.
Ehrliche Erwartungen
Poschiavo liegt vom übrigen Graubünden weit ab - über die Bernina oder von Italien herauf. Die Stadt ist klein und ausserhalb der Markttage still. Die Museen haben kurze Zeiten. Die Beschriftung ist meist auf Italienisch.
In der Nähe
Das Kreisviadukt von Brusio liegt im Süden; Berninapass und Alp Grüm im Norden.
Öffnungszeiten, Eintrittspreise und saisonale Schließungen ändern sich - prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle: offizielle Seite.