Die Stiftsbibliothek St. Gallen
Ein von der UNESCO gelisteter barocker Bibliothekssaal aus geschnitztem Nussbaum und bemalten Decken, einer der ältesten und schönsten Bücherräume der Welt.
Illustration - eine Szene im Geist des Ortes, kein Foto davon.
UNESCO - Welterbe
Die Abtei St. Gallen wuchs aus der Zelle eines irischen Mönchs im siebten Jahrhundert zu einem der grossen Bildungszentren des mittelalterlichen Europa, und ihre im achtzehnten Jahrhundert neu erbaute Bibliothek ist der feinste barocke Saal ihrer Art: ein langer Raum aus warm geschnitzten Nussbaumgalerien, eingelegten Böden und einer Decke, bemalt mit Szenen der Kirchenkonzilien, glühend unter Stuck und Gold. Sie hält eine über mehr als tausend Jahre aufgebaute Sammlung, Zehntausende Bände und etwa zweitausend Handschriften, darunter irische Bücher aus den frühesten Tagen der Abtei und den berühmten St. Galler Klosterplan des neunten Jahrhunderts, die älteste erhaltene Architekturzeichnung ihrer Art in Europa. Besucher schlurfen in grauen Filzpantoffeln hindurch, um das Parkett zu schonen, was einem Raum, der ohnehin danach verlangt, eine gewisse Stille hinzufügt. Der Klosterbezirk und seine Kathedrale sind gemeinsam als Welterbe gelistet.
Was du tatsächlich siehst
- Den Barocksaal - die geschnitzten Nussbaumgalerien, die bemalte Decke und den eingelegten Boden.
- Die Handschriften - wechselnde Ausstellungen mittelalterlicher Bücher aus der Abteisammlung.
- Den St. Galler Klosterplan - den Klosterplan des neunten Jahrhunderts, einzigartig überliefert.
- Die Klosterkathedrale - die gewaltige Barockkirche neben der Bibliothek im selben Bezirk.
Wann du hinfahren solltest
Ganzjährig geöffnet, und da drinnen, passt sie zu jedem Wetter; Winternachmittage sind besonders stimmungsvoll. An manchen Tagen und für gelegentliche Anlässe ist geschlossen, prüfe die Zeiten also vor der Anreise. Die Handschriftenausstellungen wechseln über das Jahr, die Schau ändert sich also.
Ehrliche Erwartungen
Es ist ein Raum, prächtig, aber klein, weshalb sich ein Besuch in ein bis zwei Stunden misst statt in einem Tag; das Ticket deckt auch die Ausstellungsräume und den Gewölbekeller ab, was es ausfüllt. Fotografieren im Saal ist nicht erlaubt, was viele Besucher frustriert. Die Filzpantoffeln sind Pflicht und auf dem polierten Boden komisch rutschig. St. Gallen selbst ist eine angenehme, aber bescheidene Provinzstadt.
In der Nähe
Der Bodensee und das Appenzeller Hügelland sind nah; Zürich liegt etwa eine Stunde mit der Bahn entfernt.
Öffnungszeiten, Eintrittspreise und saisonale Schließungen ändern sich - prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle: offizielle Seite.