Einsteinturm
Mendelsohns geschwungenes Sonnenobservatorium der 1920er-Jahre auf dem Telegrafenberg, noch in Betrieb, mit dem Teleskopschacht unter dem plastisch geformten weißen Turm.
Illustration - eine Szene im Geist des Ortes, kein Foto davon.
Erich Mendelsohn entwarf den Einsteinturm 1919, und er wurde Anfang der 1920er-Jahre fertiggestellt: ein weißer Turm fast ohne gerade Linien, Fenster in runde Hauben eingesenkt, das Ganze eher gegossen als gebaut wirkend. Tatsächlich ist er überwiegend Backstein, glatt verputzt, um Beton nachzuahmen, und diese Abkürzung ist der Grund, warum er seither immer wieder gerissen ist und ausgebessert wurde. Der Zweck war ganz und gar ernst. Ein Sonnenteleskop oben leitet Licht durch einen senkrechten Schacht in ein Labor im Sockel, gebaut, um nach einer von der allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagten Verschiebung der Spektrallinien der Sonne zu suchen. Er bleibt ein arbeitendes Sonnenobservatorium, weshalb das Innere nur auf Führungen öffnet.
Was du tatsächlich siehst
- Den Turm selbst - Mendelsohns geschwungene weiße Form, eines der wenigen gebauten Werke des architektonischen Expressionismus.
- Die Kuppel - das Spiegelgehäuse oben, das Sonnenlicht in den Schacht leitet.
- Den Telegrafenberg - einen bewaldeten Hügel aus Observatoriumsbauten und Forschungsinstituten, frei begehbar.
- Den Großen Refraktor - das kuppelbekrönte Teleskop des 19. Jahrhunderts auf demselben Hügel.
Wann du hinfahren solltest
Der Hügel und seine Wege sind ganzjährig offen und kosten nichts. Innenführungen finden nach Terminplan statt, laufen überwiegend in der wärmeren Jahreshälfte und meist auf Deutsch, prüfe also die Termine und buche, denn die Gruppen sind klein. Der Herbst gibt das beste Licht auf dem weißen Putz, und die Buchenwälder um den Wissenschaftspark färben sich gut.
Ehrliche Erwartungen
Einfach hineingehen kann man nicht. Der Turm arbeitet noch, das Innere ist also ohne gebuchte Führung gesperrt, und die meisten Besucher sehen nur das Äußere. Der Putz ist zwischen den Sanierungen geflickt und fleckig und wirkt aus der Nähe müde. Vom Potsdamer Bahnhof ist es ein zwanzigminütiger Anstieg, auf dem Hügel gibt es kein Café, und die anderen Forschungsbauten sind für die Öffentlichkeit geschlossen.
In der Nähe
Potsdams Altstadt und Holländisches Viertel und die Parks und Schlösser von Sanssouci quer durch die Stadt.
Öffnungszeiten, Eintrittspreise und saisonale Schließungen ändern sich - prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle: offizielle Seite.