Bayreuther Festspiele
Die sommerlichen Wagner-Festspiele in dem Haus, das er dafür baute, mit verdecktem Orchestergraben, ungepolsterten Holzsitzen und berüchtigt langen Wartelisten.
Illustration - eine Szene im Geist des Ortes, kein Foto davon.
Richard Wagner ließ das Festspielhaus auf einem Hügel über Bayreuth errichten und eröffnete es 1876 mit dem ersten vollständigen Ring. Das Gebäude wurde um den Klang herum entworfen: Das Orchester sitzt unter einer Abdeckung, vom Saal aus unsichtbar, sodass die Stimmen über einem gleichmäßigen, verschmolzenen Klangteppich ankommen statt hindurch. Die Sitze sind schlichtes Holz in einem einzigen steilen Fächer, ohne Seitenlogen und ohne Mittelgang. Es gibt keine Klimaanlage, und es gibt lange Pausen in den Gärten, weil die Werke selbst lang sind. Die Festspiele laufen jeden Sommer etwa einen Monat, geben Wagner und sonst nichts, und Parsifal wurde für genau diesen Saal geschrieben und 1882 hier uraufgeführt.
Was du tatsächlich siehst
- Den verdeckten Graben - Wagners versenktes, abgedecktes Orchester, in seiner akustischen Wirkung einzigartig.
- Die Holzsitze - ungepolsterte Bänke in einem steilen einzigen Fächer, genau wie entworfen.
- Die Fanfaren - Blechrufe vom Balkon, die das Publikum nach jeder Pause zurückholen.
- Wahnfried - Wagners Haus in der Stadt unten, heute ein Museum, das auch die Festspiele behandelt.
Wann du hinfahren solltest
Die Festspiele belegen etwa Ende Juli bis Ende August, und außerhalb davon läuft auf dem Hügel nichts. Karten werden im Herbst zuvor auf schriftliche Bewerbung vergeben, und Rückläufer und Onlinekontingente sind der einzige späte Weg hinein. Bayreuths Hotels sind für den ganzen Zeitraum belegt, buche Betten also gleichzeitig mit der Bewerbung, nicht danach.
Ehrliche Erwartungen
Das Hineinkommen ist der schwere Teil: Die Nachfrage übersteigt die Plätze seit langem, und tagesaktuell mit Aussicht auf Erfolg kaufen kann man nicht. Drinnen sind die Bänke hart, der Saal wird heiß, und eine Aufführung mit Pausen kann sechs Stunden dauern. Die Sicht ist gut, aber Platz zum Ausstrecken gibt es nicht, und die Kleiderordnung bleibt auch in der Augusthitze förmlich.
In der Nähe
Das Markgräfliche Opernhaus in der Innenstadt, Wahnfried und die Eremitage am Rand von Bayreuth.
Öffnungszeiten, Eintrittspreise und saisonale Schließungen ändern sich - prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle: offizielle Seite.