Der Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek
Ein barocker Bibliothekssaal von 1726 mit rund zweihunderttausend alten Büchern unter einer bemalten Kuppel und venezianischen Globen am Boden.
Illustration - eine Szene im Geist des Ortes, kein Foto davon.
Der Prunksaal wurde für Karl VI. zwischen 1723 und 1726 nach einem Entwurf von Johann Bernhard Fischer von Erlach errichtet und von dessen Sohn vollendet. Er ist annähernd achtzig Meter lang, Nussholzregale vom Boden bis zur Galerie, mit rund zweihunderttausend zwischen 1501 und 1850 gedruckten Bänden - darunter die Bibliothek des Prinzen Eugen von Savoyen, in rotes, blaues und gelbes Maroquin gebunden. Daniel Gran malte das Kuppelfresko, das später im Jahrhundert von Maulbertsch ausgebessert wurde. Vier venezianische Barockgloben von Vincenzo Coronelli stehen am Boden des mittleren Ovals, zwei Erd- und zwei Himmelsgloben. Der Saal ist heute Museum: die arbeitende Bibliothek sitzt anderswo im Gebäude, und diese Bücher bleiben geschlossen.
Was du tatsächlich siehst
- Die Bücher des Prinzen Eugen - Tausende Bände in rotem, blauem und gelbem Leder füllen das mittlere Oval.
- Die Coronelli-Globen - vier venezianische Barockgloben, Erde und Himmel, über einen Meter im Durchmesser.
- Grans Kuppelfresko - die Decke über dem Oval, später im Jahrhundert von Maulbertsch ausgebessert.
- Die Nussholzgalerien - Regale bis zum oberen Umgang, über Wendeltreppen hinter den Schränken erreichbar.
Wann du hinfahren solltest
Ganzjährig geöffnet, meist ab zehn, mit einem langen Abend pro Woche; außerhalb der Sommermonate ist montags geschlossen. Das Morgenlicht durch die hohen Fenster ist das Beste daran, und der Winter ist die ruhigste Zeit. Der Saal beherbergt auch Ausstellungen, die Vitrinen auf den Boden stellen und verändern, was zu sehen ist.
Ehrliche Erwartungen
Es ist ein einziger Raum. Vierzig Minuten reichen, sofern du dich nicht hinsetzt und wirklich schaust, und dafür ist der Eintritt nicht billig. Aus den Regalen darf nichts genommen werden, und das Licht ist zum Schutz der Einbände bewusst niedrig, was Fotografen verdrießt. Ausstellungsvitrinen in der Mitte unterbrechen bisweilen den langen Blick durch den Saal.
In der Nähe
Die Hofburg, die Albertina und die Augustinerkirche liegen unmittelbar vor der Tür.
Öffnungszeiten, Eintrittspreise und saisonale Schließungen ändern sich - prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle: offizielle Seite.