Kloster Chorin
Eine dachlose backsteingotische Klosterkirche im Brandenburger Wald, absichtlich als Ruine gehalten und im Sommer für Konzerte an einem See genutzt.
Illustration - eine Szene im Geist des Ortes, kein Foto davon.
Die Zisterzienser begannen Chorin 1273 und bauten in Backstein, weil die brandenburgische Ebene nichts anderes hergibt, doch sie behandelten ihn, als wäre er Werkstein, und zogen eine Westfront aus hohen schmalen Giebeln und profilierten Kanten heraus, die seither immer wieder kopiert wurde. Die Gemeinschaft löste sich in der Reformation auf, und die Gebäude verfielen drei Jahrhunderte lang, bis das Interesse des 19. Jahrhunderts an Ruinen eine bewusst unvollständige Instandsetzung brachte. So steht die Kirche noch immer dachlos, das Schiff offen zum Himmel und das Maßwerk leer, was ihr passt. Im Sommer finden in der Hülle Konzerte statt, und der Ort liegt an einem kleinen See in Mischwald, eine Stunde vor Berlin.
Was du tatsächlich siehst
- Die Westfront - die gegiebelte Backsteinfassade, die das Muster der norddeutschen Backsteingotik setzte.
- Das dachlose Schiff - Mauern, Maßwerk und Himmel, mit begrastem Boden.
- Die Klausurflügel - gewölbte Räume und den Mönchssaal, den überdachten Teil der Anlage.
- Den See und die Mühlenteiche - Wasser, das die Mönche umleiteten, heute ein Waldweg um das Kloster.
Wann du hinfahren solltest
Mai bis September, wenn die Anlage voll geöffnet ist und die sommerliche Konzertreihe an Wochenenden die Kirchenhülle nutzt. Der Frühling bringt die umgebenden Buchenwälder ins Laub und trocknet die Wege. Die Winteröffnung ist kurz, und die Ruine ist Wind und Regen voll ausgesetzt, mit fast keinem überdachten Platz. Konzerttermine sind früh ausverkauft.
Ehrliche Erwartungen
Es ist eine Ruine mit wenig Ausstattung, und die Beschriftung ist überwiegend deutsch, ein Besuch kann also nach einer Stunde vorbei sein. Der Weg vom Bahnhof Chorin ist angenehm, aber stellenweise schlecht ausgeschildert. Bei Regen gibt es nirgends Schutz. Konzertabende werden so kalt, dass Stammgäste selbst im Juli Decken mitbringen.
In der Nähe
Die Seen der Schorfheide, das Schiffshebewerk Niederfinow und die Wiesen des Oderbruchs.
Öffnungszeiten, Eintrittspreise und saisonale Schließungen ändern sich - prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle: offizielle Seite.