Der Aletschgletscher
Der grösste Gletscher der Alpen, ein zwanzig Kilometer langer Eisstrom, auf den man von Seilbahngraten hinabschaut, statt ihn zu begehen.
Illustration - eine Szene im Geist des Ortes, kein Foto davon.
UNESCO - Welterbe
Der Aletsch ist der grösste Gletscher der Alpen, und das Aussergewöhnliche daran ist, dass man ganz ohne Bergsteigen darüber stehen kann. Drei Seilbahnen heben einen aus Walliser Dörfern auf Grate um 2.700 Meter, und von jedem rollt sich das Eis darunter in einer langsamen grauweissen Kurve aus, gestreift von dunklen Mittelmoränen, die markieren, wo Nebengletscher zusammenflossen. Der Massstab braucht eine Weile, bis er ankommt. Was wie eine faltige Strasse aussieht, ist ein Eiskörper von rund zwanzig Kilometern Länge und Hunderten Metern Tiefe, der schnell genug talwärts fliesst, um gemessen zu werden, und schnell genug schrumpft, um Jahr für Jahr auf Fotos festgehalten zu werden, die an den Aussichtspunkten hängen. Er ist das Herzstück des UNESCO-Gebiets Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch, und der umgebende Aletschwald hält knorrige Arven, die seit Jahrhunderten neben dem Eis wachsen.
Was du tatsächlich siehst
- Das Eggishorn - den höchsten der drei Aussichtspunkte, von Fiesch aus erreicht, mit dem weitesten Schwung des Eises.
- Das Bettmerhorn - eine kürzere Bahn mit einer kleinen Gletscherausstellung an der Bergstation.
- Die Moosfluh - den Grat über der Riederalp, wo der Boden mit dem Rückzug des Eises sichtbar abrutscht.
- Den Aletschwald - uralte Arven an den Hängen über dem Gletscher, auf markierten Wegen begehbar.
Wann du hinfahren solltest
Juni bis Oktober für klares Gratwandern. Die Aussichtspunkte laufen auch im Winter, mit schneebedeckten Zugängen. Fahr früh: Über dem Eis baut sich im Sommer über den Nachmittag Wolke auf, und das Licht ist in den ersten Stunden am besten.
Ehrliche Erwartungen
Der Rückzug ist hier keine Abstraktion. Das Eis hat sich innerhalb von Menschengedenken sichtbar zurückgezogen, und die Hänge an der Moosfluh rutschen, weil der Gletscher, der gegen sie drückte, dünner wird. Der Weg zwischen den drei Aussichtspunkten ist ungeschützt und dauert mehrere Stunden, prüfe also das Wetter, statt anzunehmen, eine Seilbahn bedeute einen leichten Tag. Auf dem Gletscher selbst zu gehen braucht Führung und Ausrüstung.
In der Nähe
Die Bettmeralp und die Riederalp sind autofreie Dörfer über dem Tal; die Rhonetalorte Brig und Fiesch liegen darunter.
Öffnungszeiten, Eintrittspreise und saisonale Schließungen ändern sich - prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle: offizielle Seite.