Der Schweizerische Nationalpark
Der einzige Nationalpark der Schweiz und einer der strengsten Europas, in dem die Natur seit 1914 vollständig sich selbst überlassen bleibt.
Illustration - eine Szene im Geist des Ortes, kein Foto davon.
1914 gegründet, ist dies der älteste Nationalpark der Alpen, und er arbeitet nach einem Grundsatz, der überall ungewöhnlich ist: vollständiger Nichteingriff. Nichts wird gepflanzt, nichts erlegt, tote Bäume bleiben liegen, wo sie fallen, und der Wald darf tun, was er tut, ohne Bewirtschaftung. Die Regeln für Besucher sind entsprechend streng. Du musst jederzeit auf den markierten Wegen bleiben, Zelten und Feuer sind verboten, Hunde überhaupt nicht erlaubt, und das Pflücken von irgendetwas, auch Blumen und Beeren, ist untersagt. Was du dafür bekommst, ist echte Wildnis in einem kleinen Land: Steinböcke und Gämsen an den Hängen, Murmeltiere, die aus dem Geröll pfeifen, Rothirsche in den Tälern und Bartgeier über dir nach einem Wiederansiedlungsprogramm, das zu einem der stillen Erfolge des Parks geworden ist.
Was du tatsächlich siehst
- Das Besucherzentrum in Zernez - den Orientierungspunkt, mit Ausstellungen zur Philosophie des Nichteingriffs.
- Val Trupchun - das klassische Wildtal, am besten im Herbst zur Hirschbrunft.
- Die Seen von Macun - eine Hochebene kleiner Seen, über eine lange, fordernde Tageswanderung erreicht.
- Ofenpass-Wege - kürzere markierte Routen, die direkt von der Strasse für einen halben Tag abgehen.
Wann du hinfahren solltest
Der Park ist faktisch ein Ziel für Sommer und Herbst, mit Wegen, die von etwa Juni, sobald der Schnee weg ist, bis Oktober offen sind. Der Herbst ist die beste Zeit für Wildtiere, wenn die Hirsche brunften und die Lärchen sich färben. Im Winter sind die Wege geschlossen und der Park bleibt sich selbst überlassen.
Ehrliche Erwartungen
Die Regeln werden durchgesetzt, und der Zweck des Parks ist nicht Erholung. Es gibt drinnen keine Einrichtungen, keine Abkürzungen und kein Picknick abseits des Wegs. Tierbeobachtungen brauchen Geduld und ein Fernglas statt Glück, und die Wanderungen sind richtige Bergrouten mit echtem Anstieg. Wer einen alpinen Spielplatz erwartet, ist andernorts in Graubünden glücklicher.
In der Nähe
Zernez sitzt am Parktor; das Engadin läuft in der einen Richtung Richtung Scuol und seine Thermalbäder und in der anderen nach St. Moritz.
Öffnungszeiten, Eintrittspreise und saisonale Schließungen ändern sich - prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle: offizielle Seite.